Naturerfahrung ganz nah – Unser Nest ist bewohnt

Bei uns brüten Bachstelzen

Das verwaiste Nest auf unserer Terasse, von dem niemand so recht wusste, wie es dahin kam, hat plötzlich neue Bewohner. Ein Bachstelzenpaar hat sich dort eingenistet und hegt und pflegt dort vier Eier. Ein kleines Naturwunder, bei dem wir nun jeden Tag dabei sein können.

Was Kinder beim Beobachten eines Vogelnests lernen

Wenn Kinder ein Vogelnest beobachten, vom Bebrüten der Eier bis zum Schlüpfen der Küken, erleben sie natürliche Lebensprozesse ganz direkt. Sie lernen, dass Vögel ihre Eier sorgfältig wärmen (bei etwa 34 °C), regelmäßig wenden und vor Gefahren schützen. Innerhalb weniger Wochen entwickeln sich unsichtbare Embryonen zu piepsenden Küken, die schließlich mit ihrem „Eizahn“ die Schale aufbrechen und zur Welt kommen.

Kinder erkennen, dass es unterschiedliche Strategien gibt: Nesthocker kommen hilflos zur Welt und werden wochenlang gefüttert, während Nestflüchter schnell selbstständig sind. Sie beobachten, wie beide Elternteile gemeinsam füttern, die Jungen mit aufgerissenen Schnäbeln nach Futter betteln und langsam flügge werden.

„Warum bringt der Papa das Essen ins Nest, die Küken sind doch garnicht da?“ fragt I. „Hier steht: das Männchen füttert das Weibchen, welches auf den Eier sitzt.“ liest V. vor.

Dabei entwickeln Kinder nicht nur biologisches Wissen, sondern auch wissenschaftliche Kompetenzen: Sie beobachten genau, stellen Fragen, machen Vermutungen, dokumentieren Veränderungen und vergleichen Entwicklungsstadien.

„Psst alle Leise sein!!!“ sagt P. beim Frühstück, „Der Papa wartet da zum Füttern und traut sich nicht!“

Gleichzeitig wachsen ihre Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Geduld, sie erleben Staunen und Freude an der Natur. Ganz von selbst entsteht ein Verständnis für Lebensräume, Artenvielfalt und den Schutz wilder Tiere.

Noch mehr über Bachstelzen gibt es hier: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/bachstelze/